2.000 Wangener Kraniche nach Japan geschickt

6.8.2020 Wangen im Allgäu. Die Volkshochschule Wangen hat gemeinsam mit dem Schulförderverein der Berger Höhe Schule die Aktion „1000 Kraniche für die Hoffnung“ ins Leben gerufen. Von Mai bis Juli waren die Wangenerinnen und Wangener aufgerufen, Origami-Kraniche aus Papier zu falten. Diese Kraniche wurden nach Hiroshima und Nagasaki (Japan) als Zeichen des Friedens geschickt.

Anlass ist der Gedenktag zu 75 Jahre Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki. Die Kraniche sind jetzt in Japan ausgestellt.

„Eigentlich wollten wir dazu Workshops und Kurse anbieten, wo man diese japanische Flattechnik erlernen kann. Corona bedingt konnten wir diese aber nicht durchführen,“ erläutert der Leiter der Volkshochschule (VHS), Lorenz Macher. Kurzerhand stellte die VHS eine Faltanleitung und ein Video auf ihre Homepage.

Das Ziel waren 1000 Kraniche zu falten und diese als Zeichen des Friedens, der Hoffnung und der Völkerverständigung zum Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima am 6. August 1945 dorthin zu schicken.

An der Mitmach-Aktion haben sich in der Zeit von Mai bis Juli zahlreiche Einrichtungen, Schulen und Privatpersonen beteiligt, darunter auch Gemeinderäte und Schülerinnen und Schüler zahlreicher Wangener Grundschulen.

„Die Resonanz war überwältigend“ so Macher. „Jeden Tag bekamen wir kleine Päckchen mit Papierkranichen in den Briefkasten eingeworfen. Gerade in Zeiten des Corona Lockdowns hat uns das viel Mut und Zuversicht bereitet.“

Am Ende wurden es 52 Pakete mit über 2000 Kranichen. „Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mitgefaltet haben. Insgesamt wurden in Wangen 170 Stunden Papier gefaltet.“

Neben dem Symbolcharakter hat das Falten aber auch noch einen positiven Nebeneffekt. „Es ist sehr entspannend und man bekommt positive, kreative Gedanken beim Falten. Das kann gerade in Krisenzeiten helfen. Ich kann gut nachvollziehen, warum Origami in Japan eine so wichtige Kulturtechnik ist“, sagt Macher.

Von der Dozentin Ikuko Kuramoto wurden die gefalteten Kraniche zu Girlanden aufgefädelt und am 8. Juli 2020 gemeinsam mit Stadtrat Gerhard Lang, der vor Kurzem in Hiroshima war, auf dem Marktplatz gezeigt.

Bürgermeister für den Frieden lehnen Atomwaffen ab

Denn der 8. Juli 2020 ist ein symbolträchtiger Tag für die internationalen Friedensbemühungen. Mit dem Hissen der Flagge der „Mayors for Peace“ erinnern weltweit die Bürgermeister, so auch der Wangener Oberbürgermeister Michael Lang, an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Es verpflichtet alle Staaten zur Abrüstung und zum Verbot von Atomwaffen. So wehte auch vor dem Wangener Rathaus die Mayors for Peace Fahne.

Die Wangener Kraniche wurden auf die lange Reise nach Nagasaki und Hiroshima geschickt und werden dort jetzt als Zeichen der atomaren Abrüstung und des Friedens in Hiroshima ausgestellt. „Und im nächsten Semester,“ so hofft Macher, „können wir wieder Origamikurse anbieten. Ich kann nur jedem empfehlen, es auszuprobieren“. Nach einer alten Legende hat nämlich jeder, der 1.000 Kraniche faltet, einen Wunsch frei.

Zusatzinformationen

Fotos der Kraniche und die Faltanleitung können im Internet unter www.vhs-wangen.de angesehen werden.

Unter dem Titel “No more Hiroshima! No more Nagasaki!” gibt es eine aktuelle Video-Botschaft der Oganisation Maoyrs for Peace.

Text: Lorenz Macher

VHS-Dozentin Ikuko Kuramoto, VHS-Leiter Lorenz Macher und Gemeinderat Gerhard Lang präsentieren die 2000 Papierkraniche auf dem Marktplatz. Im Hintergrund die Mayors for Peace Fahne. Foto: Stadt Wangen / Susanne Müller

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