24.10.2019 – B308 Brücke über die DB und Iller bei Stein wird heute freigegeben

24.10.2019. Nach knapp zweijähriger Bauzeit wird heute, 24. Oktober 2019, ab ca. 12:00 Uhr, die „B308 Brücke über die DB und Iller bei Stein“ für den Verkehr wieder freigegeben. Zusätzlich wird der neue Kreisverkehr bei Stein nach gut einem Jahr Bauzeit unter Verkehr genommen.

Die Illerbrücke Stein überführt die B308 über zwei nicht elektrifizierte Gleise der Deutschen Bahn und die Iller nord-östlich von Immenstadt im Allgäu.

Die ursprünglich 1968 erbaute Dreifeldbrücke hat eine Gesamtlänge von über 146 m. Im Laufe der Jahre hatte sich insbesondere infolge von Tausalzeinwirkung der Zustand der Brücke massiv verschlechtert und unterschiedliches Setzungsverhalten sowie gekoppelte Spannglieder haben zu statischen Defiziten in Verbindung mit den heutigen Anforderungen bezüglich des Schwerverkehrs geführt.

Das Staatliche Bauamt Kempten erarbeitete zusammen mit dem Ingenieurbüro Dr. Schütz die wirtschaftlichste Lösung in Form eines Ersatzneubaus. Dieser Neubau hat entgegen der alten Brücke eine konstante Breite von 12,10 Metern – die alte Brücke hatte noch eine Aufweitung, auf die hier zugunsten des gewählten Bauverfahrens des Taktschiebens verzichtet wurde – und somit eine Brückenfläche von knapp 1800 m². Aus wirtschaftlichen Gründen wurden die Bauwerksgründungen der alten Brücke (Pfeiler und Widerlager) weitestgehend wiederverwendet.

Vor dem Brückenneubau musste allerdings zunächst die Umfahrungsmöglichkeit der während des Brückenbaus gesperrten Verkehrsbeziehung durch den „Ausbau der Umfahrung Rauhenzell“ für über 0,75 Mio. € auf Kosten der Bundesrepublik Deutschland sichergestellt werden. Die Stadt Immenstadt unterstützte das Vorhaben und hat gleichzeitig noch einen Geh- und Radweg angebaut.

Im Juli 2017 vergab das Staatliche Bauamt Kempten im Namen der BRD nach einer öffentlichen Ausschreibung den Auftrag über ca. 9 Mio. € an den Hauptunternehmer Josef Hebel, der anschließend seine Nachunternehmer beauftragen konnte. Infolge dessen konnte auch das Ingenieurbüro Konstruktionsgruppe Bauen mit der Ausführungsplanung beginnen.

Begonnen hat der Ersatzneubau im Februar 2018 mit dem spektakulären Abbruch des alten Überbaus durch die Firma Max Wild. Hier wurde das ca. 1000 Tonnen schwere Mittelteil über der Iller an Spannlitzen herabgelassen. Das Feld über der DB wurde mit einem großen Autokran ausgehoben. Nur das Ostfeld wurde klassisch mit Baggern abgebrochen, nachdem eine Schutzkonstruktion zugunsten der Eidechsen vor herabfallenden Betonbrocken gebaut wurde.

Ein Jahr später wurden dann die ersten Stahlteile der Firma ZSB (Zwickauer Sonderstahl) angeliefert, die vor Ort zusammengeschweißt und „taktweise“ über die DB und Iller geschoben wurden. Im April 2019 kam es dann zum letzten Verschub der insgesamt gut 500 Tonnen schweren Stahlhohlkörper.

Insgesamt benötigte die Baufirma Josef Hebel zum Betonieren der Widerlager- und Pfeilerergänzungen, die Fahrbahnplatte und die Gehwegkappen rund 1.400 m³ Beton und 370 Tonnen Betonstahl.

Schließlich passte die Baufirma noch die Anschlussstellenrampen an die neue Brücke an und sorgte für die erforderliche Ausstattung mit Übergangskonstruktionen, Fahrzeugrückhaltesystemen, Geländern, Banketten. Leitpfosten, Markierungen etc.

Um den Naturschutz gerecht zu werden, wurden an die Brücke Nistkästen für Wasseramseln und Fledermäuse angebracht.

Parallel zum Brückenbau wurde noch die Anschlussstelle B308 / OA5 bei Stein umgeplant. Herzstück der Anschlussstelle war eine größere Brücke, die sich ebenfalls in einem schlechten Zustand befand und umfangreich saniert hätte werden müssen. Das Staatliche Bauamt Kempten hat hier aufgrund der aktuellen Verkehrsbeziehungen als wirtschaftlichste Lösung den Umbau des Knotenpunktes als Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 60 m ohne Brückenbauwerk erarbeitet. Dabei wurden auch die Radwegführungen optimiert. Um im Sinne der Umwelt Fahrgemeinschaften bilden zu können, übernimmt die BRD die Kosten für einen neuen Pendlerparkplatz mit über 80 Stellplätzen.

Auch dieser Auftrag mit einem Gesamtvolumen von knapp 3 Mio. € wurde nach öffentlicher Ausschreibung an die Firma Josef Hebel vergeben, wobei ca. 1/3 der Kosten durch den Landkreis Oberallgäu getragen werden.

Der Umbau des Knotenpunktes begann mit dem Abbruch des alten Anschlussstellenbauwerks im September 2018. Im Bereich unterhalb der Burg wurden die Bauarbeiten durch eine archäologisch begleitet, gefunden wurde allerdings nichts.

Nach diesen umfangreichen Bauarbeiten mit einer Gesamtinvestition von ca. 13 Mio. € freut sich nun das Staatliche Bauamt Kempten am 24. Oktober 2019 ab ca. 12:00 Uhr die Brücke und den Kreisverkehr den Verkehrsteilnehmern zur Verfügung stellen zu können. In den nächsten Wochen werden zwar noch Restarbeiten vor allem an dem Pendlerparkplatz zu sehen sein, die großen Verkehrsbehinderungen sind allerdings beendet.

Das Staatliche Bauamt Kempten bedankt sich bei den mitwirkenden Planern, Baufirmen und Mitarbeitern, sowie dem Landkreis Oberallgäu, der Stadt Immenstadt und dem Wasserwirtschaftsamt Kempten für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. Ebenso bedankt sich das Staatliche Bauamt Kempten bei den betroffenen Anliegern und Verkehrsteilnehmern für das Verständnis der baulich bedingten Unannehmlichkeiten.

TOP