Bunte Vielfalt bei Projekt der Interkulturellen Woche in Wangen ins rechte Licht gerückt

10.10.2021 Wangen im Allgäu. Ein spannendes Projekt der Interkulturellen Woche ist am Sonntagabend in der Stadtbücherei vorgestellt worden.

„Vielfalt ans Licht“ heißt eine Interviewreihe mit Menschen fast jeden Alters und sehr vielfältiger Herkunft – in Wangen geboren und aufgewachsen, Zugezogene mit und ohne Migrationsgeschichte, Menschen mit und ohne Behinderung, ehrenamtlich Aktive, Einzelpersonen und Vereine und so weiter.

Nun sollen die einzelnen Interviews geschnitten und dann über das Internet und Social media erreichbar gemacht werden.

Eigentlich sollte in diesem Jahr eine Zukunftskonferenz zu Themen der Vielfalt und der Vernetzung in Wangen stattfinden.

Interviews standen im Zentrum der Veranstaltung in der Stadtbücherei. (Quelle: Stadt Wangen im Allgäu /sum)

Doch weil aus bekannten Gründen solche großen Veranstaltungen mit vielen unterschiedlichen Menschen aus dem ganzen Landkreis lange Zeit nicht planbar waren, suchten die Beteiligten einen anderen Weg, das Thema Vielfalt zu platzieren, wie die Integrationsbeauftragte des Landkreises Ravensburg Eva Militz, und die Integrationsbeauftragte der Stadt Wangen, Anita Mutvar, erzählten.

Gemeinsam mit der Trainerin Sabine Jung-Bass von Ewert und Ege bereiteten sie das neue Format vor und suchten ein ehrenamtliches Team von Interviewerinnen und Interviewern und dann auch Menschen, die sich für diese Gespräche mit Filmaufnahmen zur Verfügung stellten.

Bevor es bei der Veranstaltung „Film ab“ hieß, moderierte Sabine Jung-Bass ein Podiumsgespräch mit Oberbürgermeister Michael Lang, Mustafa Ceylan von DITIB, mit Jugendgemeinderätin Lina Hölzel, die zum Interviewteam gehörte, und Heilerziehungspflegerin Madlien Wiedermann vom Projekt GeWin (Gemeinsam Wangen inklusiv) St. Konrad, das sich für mehr Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung einbringt.

Auf die Frage, was es braucht, um sich in Wangen wohlzufühlen, kamen von ihnen Antworten, die vor allem freundliche Menschen in den Mittelpunkt stellten. „Es braucht Menschen, die einen Raum schaffen, damit man sich wohlfühlen kann“, sagte Lina Hölzel.

Dabei ist es nach Worten von OB Lang „die höchste Kunst, Menschen zu mögen, die man nicht leicht mag.“

Es brauche Orte, an denen man zusammenkommen könnte, ohne etwas konsumieren zu müssen, wo man aber gemeinsam Projekte verwirklichen könnte, fasste Anita Mutvar Gedanken von Interviewten zusammen. Und schließlich sei das ehrenamtliche Engagement etwas ganz Wichtiges, sagte Madlien Wiedermann.

Mustafa Ceylan, der sich als „Allgäuer Türke“ bezeichnete, wünschte sich als Treffpunkte mehr und größere Grillplätze, weil sich beim gemeinsamen Essen auch schnell Kontakte ergeben. Alle 21 im Laufe des Projekts Interviewten waren höchst motiviert mitzumachen.

So sagte Mustafa Ceylan: „Ich wollte dabei sein, weil ich hier geboren bin. Ich arbeite hier. Wir gehören dazu.“ Für Madlien Wiedermann bot die Interviewreihe die Chance, das Projekt GeWin an die Öffentlichkeit zu bringen.

Es sei die Aufgabe von Anita Mutvar sich in Wangen bekannt zu machen und zu vernetzen, was unter den Pandemiebedingungen nicht einfach war und ist, sagte OB Lang. „Wenn ich Frau Mutvar dabei unterstützen kann, tue ich das sehr gern.“

Vieles, was das Team der Interviewerinnen und Interviewer zu hören bekam, sei sehr positiv für Wangen gewesen, sagte Sabine Jung-Bass.

Gerade deshalb wollte sie von den Vertreterinnen und Vertretern auf dem Podium wissen, ob es nicht doch auch in Wangen Verbesserungsbedarf gibt.

Mehrfach wurde bei dieser Runde „mehr Begegnungsräume, gerade auch für Jugendliche“ genannt. OB Lang sagte, er wünsche sich, dass alle gleich erfolgreich sein könnten und nicht bereits wegen eines fremd klingenden Namens zum Beispiel von der Liste der Bewerberinnen und Bewerber um eine Wohnung gestrichen werden.

Er erzählte von den Filmaufnahmen, die im Frühjahr in der ERBA gemacht wurden. Dabei erzählten die Beteiligten von ihren Lebensgeschichten – gerade auch jene, deren familiären Wurzeln im Ausland liegen. Diese Geschichten sollten alle kennen, sagte er.

Dann startete der rund zehnminütige Zusammenschnitt der Interviews, aus denen auch hier nur ein paar wenige zitiert werden können. Gemeinderat Ayan Coskun sagte, er habe in Wangen unter anderem über den Sport ein Zuhause gefunden.

Er habe sich spontan in Wangen verliebt, als er vor vielen Jahren hierherkam, sagte Puppenspieler Sven „MAX“ von Falkowski.

Kindergartenleiterin Teresa Fernandes freute sich darüber, dass egal wo sie lebt – in Wangen oder in der Heimat der Familie in Portugal:

„Ich wohne immer dort, wo andere Urlaub machen.“ Michael Höß liebt die Natur und den Sport und sagte mit ein bisschen Schmunzeln, dass es kein schöneres Dorf als Niederwangen gebe.

Für die Schauspielerin Christine Urspruch hat Wangen „den Charme einer überschaubaren Welt.“

Boxer Festim Kryeziu hofft, dass der Zusammenhalt in Wangen bleibt. Lina Hölzel wünscht sich eine klimaneutrale Stadt, in der auch Jugendliche nach der Schule eine Zukunft finden können.

Für Begegnung und Austausch war im Anschluss viel Zeit und Gelegenheit

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