Flüchtlingsunterbringung in Turnhalle in der Nähe des Schulzentrums in Lindau

3.11.2015 Lindau (Bodensee). Bisher hatte das Landratsamt Lindau Flüchtlinge dezentral in kleinen, über den Landkreis verteilten, Wohneinheiten untergebracht.

Aufgrund der dramatischen Entwicklung – derzeit kommen etwa 40 Flüchtlinge pro Woche im Landkreis an – hatte Landrat Elmar Stegmann in der letzten Woche angekündigt, zukünftig auch öffentliche Gebäude zur dauerhaften Unterbringung nutzen zu müssen.

Nun ist es soweit. In einem ersten Schritt wird derzeit eine Turnhalle in Lindau für eine dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen vorbereitet. „Die Wahl fiel auf diese Halle, da sie erstens dem Landkreis gehört und zweitens Ausweichhallen in unmittelbarer Umgebung vorhanden sind“, so der Landrat. Die Schulleitung wurde bereits über diesen Schritt informiert.

Mitarbeiter des Landratsamtes prüfen derzeit, wie viele Flüchtlinge auf den knapp 800 m² untergebracht werden können. Zu beachten gibt es vor allem Auflagen des Brandschutzes. „Auf eine bestimmte Quadratmeterzahl pro Flüchtling können wir leider keine Rücksicht mehr nehmen. Wichtig ist jetzt, dass jeder Flüchtling ein warmes Dach über dem Kopf findet“, so Christine Münzberg, Geschäftsbereichsleiterin Kommunales, Sicherheit und Ordnung am Landratsamt. Sie und ihr Team bereiten die Turnhalle derzeit für die Flüchtlinge vor. Trennwände müssen bestellt werden, ebenso Stockbetten, Waschmaschinen, Möbel für einen provisorischen Aufenthaltsraum. Ein Sicherheitsdienst muss beauftragt werden, ebenso ein Cateringunternehmen und eine Reinigungsfirma für die Gemeinschaftsflächen.

„In unseren dezentralen, kleinen Einheiten, sind die Menschen eigenverantwortlich für ihre Verpflegung und die Reinigung aller Räume zuständig. Das ist in großen Einheiten leider nicht mehr komplett umsetzbar“, bedauert Tobias Walch, ebenfalls Geschäftsbereichsleiter im Landratsamt. Er leitet den Bereich Soziales und Kreisentwicklung und federführend die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis. Das Konzept der dezentralen Unterbringung ist ein Erfolgskonzept. Soziale Brennpunkte konnten dadurch vermieden und eine bessere Integration der Menschen erreicht werden. Landrat Elmar Stegmann hatte deshalb lange an der Nutzung von kleinen Wohneinheiten festgehalten: „Dass wir aufgrund der hohen Zahlen dieses Erfolgskonzept aufgeben müssen, bedaure ich sehr.“

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