Jan Haft gewinnt mit „Der Bach“ den NaturVision Filmpreis Bayern 2019

19.11.2019 Füssen. Bereits zum zweiten Mal war das NaturVision Filmfestival am 12. und 13. November mit den NaturVision Filmtagen im Alpenfilmtheater Füssen zu Gast. Höhepunkt der Best Of Veranstaltung war die Verleihung des „NaturVision Filmpreises Bayern“.

Vier Filme waren beim beim diesjährigen NaturVision Filmfestival für den NaturVision Filmpreis Bayern nominiert: „Der Bach“ von Jan Haft, „Die Schlucht – Ein Jahr in der Weltenburger Enge“ von Bernd Strobel, „Alpgeister“ von Walter Steffen und Linear von Thomas Huber und Wolfgang Aichner.

Das international renommierte NaturVision Filmfestival würdigt mit dem „NaturVision Filmpreis Bayern“ herausragende Dokumentationen, die in Bayern entstanden sind oder explizit bayerische Themen behandeln. Damit ist die Auszeichnung einer der bedeutendsten Filmpreise für das Natur- und Umweltfilmschaffen in Bayern.

Gewonnen hat sie in diesem Jahr Der Bach von Jan Haft. Die Dokumentation stellt diesen unscheinbaren, oft kaum beachteten heimischen Lebensraum in den Fokus. Mit faszinierenden Bildern und seltenen Tonaufnahmen verleiht er diesem extrem bedrohten Ökosystem eine Stimme: Nur jeder tausendste Bach ist heute noch in einem ökologisch einwandfreien Zustand. Melanie Haft, die Produzentin des Films, nahm den Preis aus den Händen von Füssens Bürgermeister Paul Iacob in Empfang und betonte in ihren Dankesworten, wie wichtig ihr und ihrem Mann die Botschaft dieses Films ist:

„Da wir selber im Isental an einem Bach leben, wo es vor 20 Jahren noch Steinkrebse und Bachmuscheln gab, hat dieser Film für uns eine ganz persönliche Bedeutung. Er zeigt, was wir schon alles verloren haben.“ Und sie verspricht: „Wir sind weiter in der Heimat beschäftigt und werden unseren Ökosystemen und denen, die ihnen nicht wohlgesonnen sind, auf der Spur sein.“

Auch die Zuschauer*innen des NaturVision Filmfestivals in Ludwigsburg überzeugte dieser Film. Sie wählten ihn im Juli 2019 zu ihrem Publikumssieger.

Das Besondere am Veranstaltungsort Füssen ist für Festivalleiter Ralph Thoms das Netzwerk „an begeisterten und begeisternden Menschen“, das sich in kürzester Zeit gebildet hat und NaturVision warm empfängt und unterstützt. Stellvertretend für alle, die die Filmtage Füssen engagiert begleiten, überreichte Ralph Thoms einen Blumenstrauß an Franziska Förstner aus dem NaturVision Team, die als Füssenerin die Organisation vor Ort in die Hand genommen hat. Sein besonderer Dank galt allen Sponsoren, Lars Doppler vom Alpenfilmtheater, der Stadt Füssen und dem Landkreis.

Bürgermeister Iacob, der aus seiner persönlichen Erfahrung als Fotograf einen besonderen Bezug zum Medium Film hat, möchte die Filmtage auch in Zukunft fördern. Er unterstrich die gesellschaftlich-politische Bedeutung von Natur- und Umweltfilmen: „Filme müssen neugierig machen und zum Nachdenken anregen. Sie können das Bewusstsein der Menschen wecken und Veränderungen anregen.“

Auch Landrätin Maria Rita Zinnäcker kann sich sehr gut vorstellen, dass „der Landkreis Natur Vision in den nächsten Jahren freudig unterstützt“, da die Ausrichtung der Filmtage sehr gut in die Region passe: „Wir sind eine Kulturregion und viel im Bereich Natur unterwegs – und wir legen Wert auf Umweltbildung.“ So ist im Gespräch, das Schulprogramm, das in Füssen bereits sehr erfolgreich durchgeführt wird, auf den Landkreis auszuweiten.

Einen vielfach geäußerten Publikumswunsch aus dem letzten Jahr erfüllt Lars Doppler den Filmtagebesucher*innen: Er zeigt im Alpenfilmtheater am Sonntag, 17. November ab 11 Uhr noch einmal alle vier Filme, die für den NaturVision Filmpreis Bayern nominiert waren.

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