Klares Bekenntnis des Landkreis Unterallgäu zu Verantwortung gegenüber Asylbewerbern

2.7.2015 Landkreis Unterallgäu. Der Landkreis Unterallgäu bekennt sich klar zu seiner Verantwortung gegenüber Menschen auf der Flucht. Es sei eine „humanitäre Pflicht, hilfesuchenden Menschen Zuflucht zu bieten“, heißt es in einer Resolution zur Aufnahme von Asylbewerbern.

Der Kreistag hat diese nun einstimmig verabschiedet. In der Erklärung appelliert das Gremium an den Freistaat, die Städte, Märkte und Gemeinden im Unterallgäu sowie alle Bürger, ihren Beitrag zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms zu leisten.

Mit Bestürzung habe man die Vorfälle in Tröglitz zur Kenntnis genommen, so der Kreistag in der Resolution. Dort wurden politische Verantwortliche bedroht, weil sie Unterkünfte für Asylbewerber eingerichtet haben. „Dem ausgrenzenden und fremdenfeindlichen Geist, der aus solchen Drohungen spricht, treten wir mit Nachdruck entgegen.“ Dem Kreistag sei es ein Anliegen, für alle Asylbewerber, die dem Landkreis zugewiesen werden, auch in Zukunft angemessene Unterkünfte bereitzustellen.

Den Freistaat Bayern ruft das Kreisgremium in dem Schriftstück dazu auf, seine Leistungen auch weiterhin der ständig steigenden Zahl von Asylbewerbern anzupassen. Konkret bitten die Kommunalpolitiker um personelle und finanzielle Hilfe. Insbesondere bestehe ein zusätzlicher Bedarf an Asylsozialberatung. Die Wohlfahrtsverbände könnten diesen nur decken, wenn die staatliche Förderung erhöht werde. Aktuell würden nur etwa 50 Prozent der tatsächlichen Kosten übernommen. Darüber hinaus würde zusätzliches Personal für die Sachbearbeitung am Landratsamt und die Betreuung der Unterkünfte benötigt.

An die Bevölkerung appellieren die Kreistagsmitglieder, weiterhin aufgeschlossen gegenüber den Fremden zu sein und bei der Suche nach Wohnungen zu helfen. Ziel sei es, die Flüchtlinge gleichmäßig auf die Gemeinden im Kreis zu verteilen. Wer geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stellen könne, solle diese dem Landratsamt melden.

Ferner bedankt sich der Kreistag in der Resolution bei allen Bürgern, Bürgermeistern und Verwaltungsmitarbeitern für die bereits geleistete Hilfe. „Die Hilfsbereitschaft der Unterallgäuer ist vorbildlich.“ In allen Kommunen, in denen Asylbewerber untergebracht sind, hätten sich Menschen gefunden, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stünden. Dem Freistaat Bayern dankt das Gremium für die Zusage, sich an den Kosten für Hausmeister und Mitarbeiter an Jugendämtern zu beteiligen.

Aktuell leben rund 900 Asylbewerber im Unterallgäu.

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