Kostenlose Gebäude-Checks in Ottobeuren

22.1.2020 Landkreis Unterallgäu. Wie kann ich die Energiekosten senken? Arbeitet meine Heizungsanlage effizient? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Hausbesitzer.

Antworten drauf gibt ein Energieberater beim Gebäude-Check des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza!) und der Verbraucherzentrale Bayern.

Im Rahmen der Aktion Check-Dein-Haus übernehmen der Markt Ottobeuren, der Landkreis Unterallgäu und das Bundeswirtschaftsministerium die Kosten für 70 dieser Vor-Ort-Beratungen. Hausbesitzer in Ottobeuren können sich noch bis 29. Januar für einen kostenfreien Check bewerben (Tel. 0831 960286-73 oder E-Mail anmeldung(at)eza-allgaeu.de).

Beim Gebäude-Check, der vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird, erfährt der Hausbesitzer von einem qualifizierten Energieberater alles über die energetische Situation seiner Immobilie. Der unabhängige Experte schaut sich das gesamte Gebäude an. Er bespricht mit dem Eigentümer, wie der Energieverbrauch gesenkt und gleichzeitig der Wohnkomfort gesteigert werden kann. Dies kann beispielsweise durch Dämmmaßnahmen oder den Einbau neuer Fenster erreicht werden. Der Energieberater untersucht, welche Schritte sinnvoll wären – unter energetischen, aber auch unter finanziellen Gesichtspunkten.

Zudem verschafft er sich einen Überblick über den Stromverbrauch. Welche Haushaltsgeräte sind vorhanden? Wie kann Strom eingespart werden? Die Heizungsanlage wird beim Gebäude-Check ebenfalls inspiziert und auf ihre Energieeffizienz hin untersucht.

Falls vom Hauseigentümer gewünscht, geht der Energieberater auch der Frage nach, ob der Einsatz erneuerbarer Energien im konkreten Fall wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob sich bei einer bestehenden Anlage der Ausbau lohnt. Die Ergebnisse erhält der Hausbesitzer zusammengefasst in Form eines Kurzberichts. Dieser beinhaltet auch Handlungsempfehlungen.

Otto und Marlies Wanner sind die ersten Hausbesitzer in Ottobeuren, die sich für einen Gebäude-Check angemeldet haben. Ihr Haus ist Baujahr 1971. Geheizt wird mit Öl und Holz im Kachelofen. Zudem haben die Wanners eine Solarthermieanlage auf dem Dach, die für warmes Wasser im Sommer und in den Übergangszeiten sorgt.

Angesichts der doch recht hohen Energieverbräuche, die Andrea Krötzsch beim Ortstermin notiert, empfiehlt die Energieberaterin energetische Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle. Die Höhe der staatlichen Zuschüsse für energetische

Sanierungsmaßnahmen werden ab dem 24. Januar nochmals deutlich steigen, so Andrea Krötzsch. Der nächste sinnvolle Schritt wäre dann ein Heizungstausch mit einem Umstieg von Öl beispielsweise auf Holzpellets.
Dafür übernimmt der Staat seit Anfang des Jahres 45 Prozent der Investitionskosten – eine Information, die Otto und Marlies Wanner sehr interessant finden. Insgesamt kann das Ottobeurer Ehepaar die zweistündige Vor-Ort-Beratung nur weiterempfehlen.

Ottobeurens 1. Bürgermeister German Fries hofft, dass möglichst viele Bürger dem Beispiel der Familie Wanner folgen. Er spricht von einem „sehr sinnvollen Angebot“. Fries selbst hat sein Haus vor nicht langer Zeit komplett saniert und berichtet von dem deutlich höheren Wohnkomfort – und natürlich auch von einem spürbar niedrigeren Energieverbrauch.

Wie Bürgermeister German Fries sieht auch Landrat Hans-Joachim Weirather die Beratungsaktion als gute Möglichkeit, das Thema Gebäudesanierung bei den Bürgern in den Fokus zu rücken und hofft, dass dadurch viele die Vorteile einer Sanierung erkennen und zu Maßnahmen motiviert werden: „Durch eine Sanierung lassen sich der Energieverbrauch
reduzieren, Energiekosten einsparen und der Wohnkomfort steigern. Gleichzeitig leistet man damit auch noch einen Beitrag zum Klimaschutz – besser geht es eigentlich gar nicht“, so Weirather.

Bei ähnlichen Beratungsaktionen habe man bisher sehr gute Ergebnisse erzielt, fügt eza!-Geschäftsführer Martin Sambale hinzu. „Fast alle Hausbesitzer erhalten dabei Tipps für Maßnahmen, die Energie sparen und sich auch rechnen“, hat der eza!-Geschäftsführer festgestellt. Das Angebot komme auch deshalb bei den Hausbesitzern so gut an, weil die Berater von eza! wie der Verbraucherzentrale zur Neutralität und Unabhängigkeit verpflichtet sind, fügt Sigrid Goldbrunner, Regionalmanagerin Energieberatung bei der Verbraucherzentrale Bayern e.V., hinzu.

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