Steuereinnahmen der Unterallgäuer Gemeinden steigen 2021 auf neuen Rekordwert

19.1.2022 Landkreis Unterallgäu. Die Steuereinnahmen der Unterallgäuer Gemeinden sind 2021 auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Darüber informierte Kreiskämmerer Sebastian Seefried nun im Kreisausschuss.

Der Kämmerer stellte dort die Eckdaten des diesjährigen Kreishaushalts vor und gab einen umfassenden Überblick über den Entwurf des Zahlenwerks. Der Etat des Landkreises wird derzeit in den verschiedenen Ausschüssen des Unterallgäuer Kreistags detailliert beraten. Beschlossen werden soll er im März.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick:

„2021 haben die Steuereinnahmen der Gemeinden ein neues Allzeithoch erreicht“, sagte der Kämmerer. Die Einnahmen aus Gewerbe-, Einkommen- und Umsatzsteuer stiegen um 9,9 Prozent auf 210,5 Millionen Euro – der stärkste Anstieg seit 2017. Noch nicht eingerechnet sind hier Ausgleichszahlungen, die betroffene Gemeinden aufgrund der Corona-Pandemie für geringere Einnahmen bei der Gewerbesteuer erhalten. Bezieht man diese mit ein, fallen die Einnahmen der Kommunen laut Seefried noch höher aus. 2020 lagen die Steuereinnahmen inklusive Ausgleichszahlungen bei 191,6 Millionen Euro.

Die Umlagekraft des Landkreises stieg 2022 um 7,6 Prozent auf 1.414 Euro je Einwohner beziehungsweise auf rund 206,7 Millionen Euro (2021: 192,1 Millionen Euro). Damit belegte das Unterallgäu unter den zehn schwäbischen Landkreisen den dritten Platz. Der Kreis profitiert hier von den pandemiebedingten Ausgleichszahlungen an die Gemeinden. Diese haben 2020 Zahlungen in Höhe von 22,3 Millionen Euro erhalten, was sich jetzt bei der Umlagekraft bemerkbar macht.

Der Verwaltungshaushalt des Landkreises sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 170,5 Millionen Euro vor (2021: 164,2 Millionen Euro). Im Vermögenshaushalt sind Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 25,5 Millionen (2021: 27 Millionen Euro) eingeplant – rund 22 Millionen Euro (2021: 20,1 Millionen Euro) davon für Investitionen.

Die Schlüsselzuweisungen, die der Landkreis 2022 vom Freistaat Bayern erhält, bleiben mit 19,9 Millionen Euro nahezu unverändert.
Die Verschuldung im Kernhaushalt soll laut Haushaltsentwurf um 1,2 Millionen Euro auf 5,1 Millionen Euro sinken. Außerordentliche Tilgungen werden über eine Sonderrücklage refinanziert.

Aus der Allgemeinen Rücklage sollen 257.100 Euro entnommen werden. Damit sinkt diese voraussichtlich auf 3,49 Millionen Euro.

Um den Haushalt auszugleichen, schlägt der Kreiskämmerer eine Erhöhung der Kreisumlage um 0,5 Prozentpunkte auf 44,9 Prozent vor. Damit würde der Landkreis 92,8 Millionen Euro einnehmen (2021: 85,3 Millionen Euro), wovon jedoch etwas mehr als die Hälfte an den Bezirk Schwaben abgeführt werden muss.

Die Bezirksumlage steigt aufgrund der Umlagekrafterhöhung auf 47,3 Millionen Euro (2021: 43,9 Millionen Euro). Der Hebesatz bleibt mit 22,9 Prozent aber konstant.

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