Tussenhausen entwickelt jetzt ein Quartierskonzept

17.12.2020 Landkreis Unterallgäu. Auch die Gemeinde Tussenhausen erhält vom Landkreis Unterallgäu eine Förderung, um ein altersgerechtes Quartierskonzept zu erarbeiten – mit dem Ziel, dass ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf in ihrem vertrauten Wohnumfeld bleiben können.

Im Landkreis Unterallgäu haben sich bisher 16 Kommunen auf den Weg gemacht, solche Konzepte zu entwickeln. Hilfestellung erhalten sie dabei von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) und von der Koordinationsstelle Seniorenkonzept am Landratsamt Unterallgäu.

Jedes Jahr findet ein Informationstreffen dieser Gemeinden im Landratsamt Unterallgäu statt. Die jeweiligen Quartiersmanager, Seniorenbeauftragten und Bürgermeister tauschen sich über die Themen der Quartiersentwicklung aus, zum Beispiel über konkrete Projekte und Beteiligungsprozesse. Heuer fand der Austausch aufgrund der Corona-Pandemie online statt.

Hubert Plepla von der Koordinationsstelle Seniorenkonzept am Landratsamt und Anja Preuß von der AfA führten durch das Treffen. Sie informierten, der Beginn der Quartiersentwicklung in Tussenhausen habe sich durch die Pandemie verzögert: „Aber wir wollen zu Beginn des neuen Jahres den Startschuss geben und haben dafür den ersten Workshop in Zusammenarbeit mit der Gemeinde online geplant.“

Viele Projekte der Quartiersentwicklung mussten ebenfalls an die derzeitigen Umstände angepasst werden. In Wolfertschwenden wurde zum Beispiel der gemeinsame Mittagstisch umgewandelt – Senioren können ihr Essen jetzt abholen. Der Mittagstisch in Lachen lieferte zeitweise Mahlzeiten.

Deutlich wurde: Gerade während der Corona-Pandemie rückt das Thema Digitalisierung in den Vordergrund – für manche Erledigungen ist eine Online-Anmeldung nötig, Kommunikation via Handy oder Computer wird dabei auch für Senioren immer wichtiger. Dazu berichtete Andrea Barth von der Gemeinde Bad Grönenbach: Im Rahmen der Quartiersentwicklung ist hier ein Kurs entstanden zum Umgang mit Tablets und Smartphone – derzeit werden Übungsaufgaben per Whatsapp versendet. Auch in Mindelheim gibt es ein Projekt, um Senioren den Umgang mit Handy und Co. zu erleichtern.

In einigen Gemeinden springen in Zeiten des Lockdowns vermehrt Nachbarschaftshilfen ein. Neu wurde eine Nachbarschaftshilfe in Wiedergeltingen ins Leben gerufen, berichtete Quartiersmanagerin Birgit Möller. Plepla wies darauf hin: „Wertvolle Unterstützung beim Auf- und Ausbau erhalten organisierte Nachbarschaftshilfen im Landkreis Unterallgäu und der Stadt Memmingen bei der entsprechenden Servicestelle der Freiwilligenagentur Schaffenslust.“ Auch in Buxheim sei so eine neue Nachbarschaftshilfe entstanden.

Als große Herausforderung empfanden die Teilnehmer das Corona-Krisenmanagement und damit einhergehend auch das Aufrechterhalten von Arbeitsgruppen und bestehenden Netzwerken.

Gemeinden, die ebenfalls ein Quartierskonzept entwickeln und ihren Ort seniorengerechter gestalten wollen, können sich mit der Koordinationsstelle Seniorenkonzept am Landratsamt in Verbindung setzten. Der Landkreis unterstützt organisatorisch und finanziell. Zudem besteht die Möglichkeit, über das Programm „Selbstbestimmt Leben im Alter (SeLA)“ des Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales eine Anschubfinanzierung für die Personal- und Sachkosten bei der altersgerechten Quartiersentwicklung zu beantragen.

Über das Programm können bis zu 80.000 Euro auf vier Jahre gefördert werden. Weitere Informationen zur Quartiersentwicklung unter www.unterallgaeu.de/seniorenkonzept oder bei Hubert Plepla, Telefon (08261) 995-457.

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