Unterallgäu unterstützt weitere Gemeinden bei altersgerechter Gestaltung

7.7.2015 Landkreis Unterallgäu. In Mindelheim gibt es jetzt zum Beispiel einen „Mobilitätspass“. In Erkheim entstand unter anderem eine ambulant betreute Wohngemeinschaft in der Alten Molkerei und in Wolfertschwenden wurde beispielsweise eine Nachbarschaftshilfe aufgebaut.

Angebote wie diese erleichtern es älteren Menschen, im gewohnten Umfeld wohnen zu bleiben. Entstanden sind die Projekte durch eine „altersgerechte Quartiersentwicklung“.

Diese wird vom Landkreis im Rahmen des Seniorenkonzepts begleitet und gefördert. Sieben Kommunen arbeiten inzwischen an einer altersgerechten Gestaltung ihres Ortes. Nun wird das Projekt auf weitere Gemeinden ausgedehnt. Das beschloss der Sozialausschuss des Unterallgäuer Kreistags in seiner jüngsten Sitzung einstimmig.

„Aus einer Befragung zum Kreisseniorenkonzept geht hervor, dass die meisten Unterallgäuer im Alter auch bei Unterstützungsbedarf am liebsten zu Hause beziehungsweise im eigenen Ort wohnen bleiben möchten“, erläuterte Seniorenkonzept-Koordinator Hubert Plepla. Die Quartiersentwicklung ziele genau darauf ab. „Durch die ganzheitliche Sichtweise werden alle Themen rund ums Alter bezogen auf den jeweiligen Ort aufgegriffen und mit den lokalen Akteuren und Bürgern diskutiert. Dadurch wird es möglich, passgenaue Projekte zu entwickeln und umzusetzen.“ Oder anders formuliert: Die Gemeinden erarbeiten eine Strategie, um mit der demografischen Entwicklung, also mit den Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft, umzugehen.

Nach dem Willen der Ausschussmitglieder können nun jährlich bis zu zwei weitere Gemeinden eine Quartiersentwicklung beginnen. Sie können sich beim Landratsamt dafür bewerben und werden von der Seniorenkonzept-Koordinationsstelle ausgewählt. Die Umsetzung des Quartierskonzepts wird von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) aus München sowie von der Koordinationsstelle am Landratsamt begleitet. Für die Leistungen der AfA fallen nach Pleplas Worten pro Gemeinde Kosten in Höhe von rund 8000 Euro an. Diese werden zu 40 Prozent vom Landkreis Unterallgäu übernommen. Den Rest trägt die jeweilige Gemeinde.

Mindelheim, Erkheim und Wolfertschwenden waren die ersten drei Orte, die ein Quartierskonzept entwickelt haben, blickte Plepla zurück. „In allen drei Kommunen wurde dies als sehr gewinnbringend bewertet.“ Es seien verschiedene Projekte umgesetzt worden, die zu einem altersgerechten Leben beitragen. Außerdem gebe es inzwischen in allen drei Kommunen einen sogenannten Quartiersmanager, der den Prozess in den Gemeinden steuere und dynamisch gestalte.

Im vergangenen Jahr wurde die Quartiersentwicklung laut Plepla auf drei weitere Gemeinden ausgeweitet – auf Ettringen, Lautrach und Ottobeuren. Die Gemeinde Rammingen habe sich ohne eine Förderung durch den Landkreis an die Arbeit an einem Quartierskonzept gemacht, könne auf Antrag aber 2016 in den Kreis der geförderten Gemeinden aufgenommen werden.

Alle vier Gemeinden hätten inzwischen mit Workshops und der Beteiligung der Bürger begonnen, so der Seniorenkonzept-Koordinator. Außerdem seien Befragungen gemacht worden. Aktuell bilde man Arbeitsgruppen. Diese sollen dann konkrete Projekte realisieren.

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