Wahlen zum JGR in Wangen im Januar 2020

19.12.2019 Wangen im Allgäu. Die Amtszeit des vierten Jugendgemeinderats geht ihrem Ende entgegen. Ende Januar 2020 sind die nächsten Wahlen. Derzeit läuft die Werbung um Kandidatinnen und Kandidaten.

Was die derzeitigen Vorsitzenden des Jugendgemeinderats, Pia Wiltsche und Lukas Häring, erlebt haben und was sie ihren Nachfolgerinnen und Nachfolgern raten, erzählen sie im Interview.

Die Bilanz, die ihr dem Verwaltungsausschuss des Gemeinderats gegenüber vorgelegt habt, klingt nach viel Arbeit, aber auch nach Spaß und ganz vielen neuen Erfahrungen. War das so?

Pia: Ja, klar, das war schon Arbeit, aber wenn man es gern macht, dann macht diese Arbeit auch richtig Spaß. Und wenn man was verändern will, dann muss man sich auch engagieren.

Lukas: Natürlich wäre es auch mit weniger Einsatz gegangen, aber dann wären wir auch nicht so erfolgreich gewesen. So haben wir eine Menge Dinge auf die Beine gestellt und auch die Stadt in ihrer Beziehung zur Jugend unterstützt. Im Team funktioniert das ganz gut.

Gab es Schwerpunkte oder war euch alles gleich wichtig?

Pia: Die Mischung macht’s bei dieser Arbeit. Ich finde es wichtig, politische Themen an die Jugend heranzubringen – so wie das zum Beispiel bei dem Crashkurs zu den Kommunalwahlen für Erstwähler war. Aber natürlich gehören auch Partys mit dazu.

Lukas: Wenn man an das Wait-for-it-Festival denkt, dann ist es schon so, dass der Jugendgemeinderat als Mitveranstalter in den zwei Monaten davor ziemlich gefragt ist. Das hat dann auch absolut Vorrang. Wir waren zwar ein bisschen Party-lastig, aber die politische Bildung kam nicht zu kurz.

Was sind die Themen, die viele Jugendliche angesprochen haben? Was stößt auf ein eher kleines Publikum?

Lukas: Die Bürgerbeteiligung zu NextGenERBA war definitiv unser ganz großes Thema. Da lief sehr viel mit Terminen und Gesprächen mit Jugendlichen, was sie dort haben oder machen wollen.

Pia: Auch wenn der Crachkurs zu den Kommunalwahlen noch für ein paar mehr Besucherinnen und Besucher Platz geboten hätte, war der Besuch für dieses spezielle Thema sehr gut. Mit der Organisation der Partys, die wir veranstaltet haben, wie die Halloween-Party oder auch die First-Week-Done-Party, haben wir auch ein Konzept für solche Ereignisse insgesamt erstellt. Das heißt dieses Konzept kann von den nächsten Jugendgemeinderäten weiterentwickelt und auch in der ERBA angewendet werden. Und diese Partys waren im Jugendhaus auch ein ganz großer Anziehungspunkt für Jugendliche.

Lukas: Wir wollten damit auch der Aussage, dass in Wangen nichts los sei, etwas entgegensetzen.

Wie hat sich die Arbeit mit der Schule vereinbaren lassen?

Pia: Es kann schon mal zu Kollisionen kommen, aber für mich hat es funktioniert.

Lukas: Im Zusammenhang mit NextGenERBA war eben viel zu machen und da war es manchmal schwierig. Aber wie schon gesagt, das ist unsere Chance als Jugendliche dort etwas mitzugestalten, und dann muss man diese Möglichkeit auch nutzen.

Was nehmt ihr für euch persönlich aus dieser Arbeit mit?

Lukas: Das waren zwei coole Jahre mit einer Reihe von Veranstaltungen, die mich auch persönlich weitergebracht haben. Zum Beispiel die regionale Jugendkonferenz in Ravensburg und die Fahrt zum Landtag. Oder unsere Fahrten nach Berlin auf Einladung der Abgeordneten Agnieszka Brugger oder in die Partnerstadt Prato, wo wir mit italienischen Jugendlichen diskutierten. Spannend waren auch, bei den Gemeinderatssitzungen dabei zu sein. Ich habe durch die ganze Arbeit gemerkt, dass ich später was mit Politik machen will.

Pia: Für mich war auch der Einblick in die Kommunalpolitik sehr interessant. Ich habe auf alle Fälle eine Menge in Sachen Organisation dazugelernt. Bei den vielen Terminen lernt man die Wichtigkeit einzuschätzen und sich selbst zu organisieren. Und auch das Präsentieren. Es ist schon noch mal was anderes, ob man in der Schule eine Präsentation hält oder vor Mitgliedern des Gemeinderats, die ja alle wesentlich älter sind.

Gibt es etwas, das ihr heute anders machen würdet?

Lukas und Pia: Es ist manchmal schwierig, den Gruppenzusammenhalt zu schaffen. Vielleicht sollte man mehr „Nachsitzungen“ machen, damit man mehr voneinander mitbekommt und so ein Gefühl von 15 Freunden aufkommt. Denn bei den Fahrten waren wir immer eine tolle Gruppe.

Lasst ihr euch noch einmal aufstellen für eine weitere Amtszeit?

Lukas: Ich werde definitiv nicht mehr kandidieren: Ich arbeite neben der Schule, bin in der KSJ und habe auch noch andere Hobbys. Es war eine schöne Zeit, aber für mich ist Zeit aufzuhören.

Pia: Ich weiß noch sicher. Ich bin auch neben der Schule noch ziemlich beschäftigt, bin bei den Ministranten, leite selber eine Mini-Gruppe, spiele zwei Instrumente und turne – da ist ein bisschen die Frage, wo die Zeit bleibt.

Was würdet ihr euch vom nächsten Jugendgemeinderat wünschen?

Pia: Die ERBA soll spezifisch behandelt werden, denn das ist unser wichtigstes Thema. Dann wäre es gut, wenn auch der Crashkurs Politik beibehalten werden könnte – eben zu einem anderen Thema als dieses Mal. Er sollte für neue Ideen offen sein. Und es wäre toll, wenn die Pumptrack-Anlage beim Jugendhaus bald kommen würde.

Lukas: Die neuen Jugendgemeinderäte sollten vor allem die Chance nutzen, dass sie viel über Politik mitbekommen können. Das Einführungsseminar zeigt da sehr viele Möglichkeiten auf.

Info:

Die nächsten Wahlen zum Jugendgemeinderat sind in der letzten Januarwoche ab Montag, 27. Januar 2020. Gewählt wird – wie immer – vormittags in den Schulen von Montag bis Freitag, 31. Januar 2020. Am Donnerstag 30. Januar 2020 und am Freitag, 31. Januar 2020, kann auch im Jugendhaus an der Leutkircher Straße zu den Zeiten der Caféöffnung gewählt werden.

Am Donnerstag ist somit von 16 Uhr bis 20 Uhr geöffnet, am Freitag bereits ab 14 Uhr. Jedoch schließt am Freitag um 18 Uhr – wie bei allen öffentlichen Wahlen in Deutschland – das Wahllokal um 18 Uhr.

Die Verkündung des Ergebnisses ist für 18:30 Uhr im Rathaus geplant. Derzeit läuft die Kandidatensuche.

 

TOP